Industrie und Gewerbe

Burgaltendorf war nie ein großer Industriestandort. Lediglich von etwa 1850 bis ca. 1900 war durch drei Tiefbauzechen erhebliche Tätigkeit im Bergbau vorhanden, ergänzt durch eine Reihe kleinerer Zechen wie ver. Catharina, Mühlheimerglück & Wildenstein, Alte Sackberg und einige andere.
Daneben war eine Fülle bäuerlicher Betriebe vorhanden, die wegen der noch nicht eingesetzten Maschinen viele Arbeitskräfte erforderlich machten.
Die Bauernhöfe waren: Mintrop, Schulte Holtey, Schlüter (ging später an einen Zweig von Bungert, danach Höhmann), Bungert, Biermann, Kellermann, Brinkmann (später Wintermann), Diekmann, Collenberg (später Drennhaus / Eickhoff), Vaester, unterste Steinhorst (später Kollenberg). Küppershegge (später Seyer), Anschott, Lelgemann, Mittelste Barenberg.
Im 19. Jahrhundert entstanden die Ziegeleien von Köllermann (heutige Holteyer Straße) und Mintrop (Im Vaeste).
Mit dem Ruhrwasser hatte die Wassergewinnung im Ruhrtal zu tun. 1894 hatte die Gemeinde Altendorf-Ruhr im Ruhrtal einen Brunnen und eine Pumpstation gebaut. Sie musste bald um einen zweiten Brunnen und eine zweite Pumpe ergänzt werden.
1903 verkauft die Gemeinde die Anlage an die spätere Firma Gelsenwasser, die dazu auch den größten Teil des Ruhrufers auf Burgaltendorfer Seite erwirbt. Seither wird hier das Ruhrwasser durch Filtration zu Trinkwasser aufbereitet.
1958 wurde vom Ruhrverband ein Klärwerk an der Grenze zu Hattingen-Dumberg errichtet. Es reinigt seither die Abwässer von Burgaltendorf, Dumberg und Teilen Bochums.

Es ist die Eisenbahn zu nennen, die mit Fahrkartenverkauf und –kontrolle, mit Güterversand und –empfang, mit Stellwerkspersonal, Reinigungs- und Wartungskräften einige Arbeitsplätze schuf.
Der 1879 errichtete Bahnhof zog einiges an Gewerbe an, da der Eisenbahnversand zu dieser Zeit noch die einzige Transportmöglichkeit war. Zu nennen sind die Fa. van der Weppen und die Fa. Sprenger.
In diesem Bereich war auch der „Ruhrtaler Apparatebau“, der Bergbaubedarf herstellte. Gegründet von einer Fam. Stern ging sie vor der „Machtübernahme“ an die Fam. Bach über. Herr Bach war Prokurist bei Stern gewesen.
Persönliche Schicksale der Fam. Bach und versäumte Umstellung auf Nicht-Bergbau-Produkte bedeuteten Ende der 60er Jahre das Ende der Firma Bach. Später siedelte die Fa. Buchloh in die Produktionsstätte der Fa. Bach über und produzierte hier bis kurz nach 2000 Rohre und Behälter. Dann zog die Fa. Buchloh nach Wattenscheid um.

Die Mitarbeiter der Fa. van der Weppen im Jahre 1908

Eine besondere Rolle spielte die Möbelproduktion und der Möbelhandel. 1898 gründeten vier Söhne der Familie Neuhaus eine Möbelfabrik, die sie „Geneal“ nannte. Das stand für Gebrüder Neuhaus Altendorf. Die Produktionsstätte stand an der „Alten Hauptstraße“. Aus dieser Firma entstanden letztlich drei unabhängige Möbelhäuser.
1930 entstand so die Firma „Johann Neuhaus & Söhne“, die ihr Domizil am Beginn der heutigen Burgstraße hatte, bis sie 1950 in die Alte Hauptstraße (nahe der Einmündung der Kohlenstraße) zog. Letzter Besitzer war Karl-Heinz Neuhaus, bevor es Ende der 90er Jahre schloss.
1934 machte sich auch Aloys Neuhaus selbständig. Sein wiederholt erweitertes Unternehmen „Aloys Neuhaus & Sohn“ hat sich in der Worringstraße etabliert. Es ist heute von seinem Sohn Hansi an den Enkel Hans-Bernd übergegangen.
Die Stammfirma „Geneal“ zog 1964 in eine neue Produktionsstätte ins Industriegebiet östlich des Bahnhofs. Die Produktion wurde in den 90er Jahren eingestellt. Aus den Gebäuden wurde der „Gewerbepark Geneal“ mit einem Branchen-Mix.

Im „Haverkamp“ ließ sich 1952 die Firma „Raeder“ nieder, nachdem sie in den Kriegsjahren in Hoppecke im Sauerland produziert hatte. Sie produzierte gesicherte Elektrogeräte für den Bergbau – und starb mit diesem. Ihre Fabrikationsanlagen sind heute zu Wohnungen umgebaut.

In der ersten Schule unseres Dorfes im Rosental richtete 1899 ein Stellmacher „Wörmann“ seine Werkstatt ein.

Wird fortgesetzt….