Mühlen in und für Burgaltendorf

Für den ländlichen Bereich des Mittelalters und darüber hinaus bis ins 19. Jahrhundert war es eine der wichtigsten  Einrichtungen: Eine Mühle, die das geerntete Getreide mahlen und so zu Mehl verarbeiten konnte. Nur so war es in den Haushaltungen zu verarbeiten.

Vom Mittelalter bis ins 18. Jh. gehörte das Recht, eine Mühle zu betreiben, zu den königlichen Regalien. Der König vergab es an Fürsten, die damit Müller „belehnten“. Damit verdiente die Müllerfamilie ihren Lebensunterhalt – und musste dem Lehnsherrn eine Abgabe dafür zahlen.
Die Tatsache, dass es einen „Mühlenbann“ gab, das heißt die Pflicht, eine bestimmte Mühle des Landesherrn zu nutzen, sicherte dem Müller und dem Lehnsherrn sein Einkommen.

Die Burgaltendorfer Bauern mussten ihr Korn über die Ruhr zu einer Mühle in Dahlhausen bringen, wo es gemahlen wurde. Es soll sogar hier zwei Mühlen gegeben haben, deren Mühlräder von der Ruhr angetrieben wurden. Damit immer ausreichend Wasser die Mühlräder antrieb, wurde im Fluss ein Wehr angelegt, wodurch das Ruhrwasser gezielt auf die Mühlräder geleitet wurde.
Als vor 1780 die Ruhr schiffbar gemacht werden sollte, waren diese Wehre ein Hindernis. Hier hätten die Schiffe umgeladen werden müssen. Der Bau von Schleusen an diesen Wehren machte das überflüssig.

Es heißt, dass im Jahr 1347 Graf Engelbert von der Mark, er war unser Landesherr, dem Ritter Wennemar von Aldendorpe das Recht erteilte, auf der Ruhr in Dahlhausen eine Mühle zu errichten.
Diese Mühle ging später an den Freiherrn von Elverfeldt über, der in Dahlhausen Besitzungen hatte.
1739 wurde der Mühlenbann aufgehoben, und die Bauern wurden Eigentümer der „Partikular-Mühle“. Das waren aus Burgaltendorf 314 Personen, aus Niederwenigern 198 und aus Dumberg 177.

Eine Ölmühle gab es im Bereich des Zechenplatzes. Sie wurde angetrieben vom Graunertzbach, der von Dumberg herunterfloss. Sie verschwand vermutlich zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Mit der Einführung der Gewerbefreiheit war es nun jedem freigestellt, eine Mühle zu betreiben. So wurde in Dumberg nach 1810 die Kerbecke kurz vor der Mündung in die Ruhr aufgestaut, um eine Kornmühle anzutreiben.
Etwa um diese Zeit wurde auch die Deipenbecke kurz vor der Mündung in die Ruhr aufgestaut, um eine Mühle des Bauern Rohmann / Rahmann anzutreiben. An der Ruhr, wenige Meter flussaufwärts, gab es seit dem Mittelalter die „Rote Mühle“, die dem Freiherrn von Vittinghoff-Schell gehörte.

Scheeles Dampfmühle

In Burgaltendorf dauerte es bis 1847, bis hier eine Mühle gebaut wurde. Im heutigen Schwarzensteinweg baute der Bauer Kellermann neben seinem Hofgebäude eine „Dampfmühle“. Die Steine dazu wurden … von der Burg genommen. 1868 kaufte die Zeche Altendorf Tiefbau die Mühle und verpachtete sie. 1907 erwarb sie Josef Scheele und betrieb sie fast 50 Jahre. Dadurch wurde sie zu „Scheeles Dampfmühle“, wie die Alteingesessenen noch heute sagen. In den letzten Jahren vor 1959 pachtete die Familie Schensar die Mühle. 1959 kaufte die Familie Grolmisch das Gebäude und baute es zu Wohnzwecken um. Die Mühlsteine sind heute zum Teil noch vor dem Hofgebäude Brinkmann / Wintermann (heute J. Mintrop) und vor dem Hotel Mintrop zu sehen.

Eine zweite Mühle wurde 1868 vom Bauern Wintermann an der heutigen Straße „An der Windmühle“ gebaut. Es war, wie der Name schon sagt, eine Windmühle, die hier auf der Höhe ausreichend Antrieb fand. Doch auch an windstille Zeiten hatten Wintermanns gedacht: Die Mühle war auch mit einer Dampfmaschine anzutreiben. 1903 erwarb ein Müller Dzieran aus Stiepel die Mühle. Doch durch die nahe Zeche Charlotte verursachte Bergschäden machten ihr Probleme. Sie geriet in Schieflage, so dass sie 1919 stillgelegt werden musste.
Heinrich Sandkühler kaufte 1927 die Steine und baute in der Straße „Am Wasserturm“ ein Haus daraus.
Das Fundament der Mühle stand noch bis nach dem 2. Weltkrieg, noch länger das Haus des Müllers, auf dem Foto rechts von der Mühle.