Trinkwasser für Burgaltendorf

Die Brunnen


Wer denkt schon darüber nach, wenn er daheim seinen Wasserhahn aufdreht? Wo kommt unser Trinkwasser her und – wie war das früher?
Nun – bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hatten die Höfe, Kotten und Bürgerhäuser entweder einen eigenen Brunnen, aus dem sie ihr Wasser entnehmen konnten. Es gab aber auch Häuser ohne Brunnen; sie mussten mit Nachbarn, die über einen Brunnen verfügten, ein Übereinkommen treffen,
das es ihnen erlaubte, Wasser aus dem Brunnen des Nachbarn zu entnehmen. Das war mit der Einschränkung versehen "so lange der Brunnen ausreichend Wasser für beide hat". Einige konnten ihr Wasser auch aus einem nahen Bach schöpfen, so er genug Wasser führte.
Wir mögen einmal unsere heutigen hygienischen Verhältnisse mit denen jener Zeit vergleichen.

 

 

Der Bergbau

 

Der oberflächennahe Bergbau bei uns führte dann ab dem 2. Drittel  des 19. Jahrhunderts dazu, dass viele Bäche und Brunnen der Bürger „trocken fielen“, also nicht mehr genügend Wasser hatten. Lange Prozesse mit den Bergwerken waren die Folge.

Ab der Mitte des Jahrhunderts versorgte die Zeche Altendorf Tiefbau eine Reihe von Häusern mit Grubenwasser – als Trinkwasser. Als sie die Versorgung später auf Ruhrwasser umstellte, beruhigte sie die Betroffenen mit der Versicherung, dass es die "gleiche Qualität wie das Grubenwasser" habe.

 

 

Die zentrale Wasserversorgung

 

Am Ende des Jahrhunderts war die Gemeinde gezwungen, eine zentrale Wasserversorgung anzulegen.
Im Ruhrtal, in der Holtey, wurde ein großer Brunnen angelegt. Eine mit Dampf betriebene Pumpstation schaffte das Wasser in einen Wasserbehälter auf der Höhe, am Westende des späteren Fußballplatzes. 600 m³ fasste dieser Behälter.
1894 war die Anlage fertig.
Doch schon zwei Jahre später erwies sich die Anlage als nicht ausreichend. Es wurden ein zweiter Brunnen und eine zweite Pumpe installiert.

Gelsenwasser


1903 beschloss die Gemeinde Altendorf-Ruhr den Verkauf ihrer Trinkwasseranlagen an das „Wasserwerk für das nördliche Kohlenrevier“. Daraus wurde später die Firma "Gelsenwasser". Sie hatte große Teile des Ruhrtals gekauft und baute hier eine Trinkwassergewinnungsanlage großen Stils.
Das Wasser wurde oberhalb der Dahlhauser Schleuse der Ruhr abgezweigt und durch einen kleinen Kanal mit dem normalen Gefälle dem Wasserwerk zugeführt.  Hier lief und läuft es über einen Schnellfilter, das sind Becken in einem Gebäude mit groben Kieseln, an denen der grobe Schmutz des Wassers kleben bleibt. Von hier gelangt es in große Sandbecken, die "Langsamfilter". Der Sand filtert den verbliebenen Schmutz aus dem Wasser. Es versickert und wird im Boden in Tonröhren aufgefangen und dem Pumpwerk Horst auf der anderen Ruhrseite zugeführt.
Von hier gelangt es an die Verbraucher.
Nach 2000 haben sich Gelsenwasser und die Trinkwassersparte der Stadtwerke zu dem Unternehmen "Wassergewinnung Essen" zusammen getan.
Doch zuvor hatte Gelsenwasser für 6½ Jahrzehnte dem Dorf zu einem Wahrzeichen verholfen, das weithin sichtbar war. Neben dem Erdbehälter hatte man 1912 einen Hochbehälter, den "Wasserturm", gebaut. Er hatte 250 m³ Fassungsvermögen.
1977 wurden Erd- und Hochbehälter abgerissen.
Stärkere Pumpen in Horst machten sie überflüssig.

 

Die Kläranlage

Die Kläranlage Burgaltendorf an der unteren Burgstraße steht je zur Hälfte auf Hattinger und Essener Gebiet. 1958 wurde sie in Betrieb genommen und von 2001 – 2005 modernisiert und erweitert. Sie reinigt die Abwässer von Bochumer, Hattinger und Essener Stadtteilen. Die Reinigung erfolgt in einem biologischen Tropfkörper-Verfahren. Die Anlage besteht aus dem Rechen, dem Sandfang, dem Vorklärbecken, den Tropfkörpern, de, Nachklärbecken, einer Phosphatfällungsanlage und der Schlammbehandlungsanlage. Das gereinigte Wasser wird wieder der Ruhr zugeührt.