Bergbau in Burgaltendorf

Allgemeines

Nach Joachim Huske, Autor des Buches „Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier“, dem Standardwerk über die Zechen, ist unter anderem auch in Burgaltendorf schon vor dem 13. Jahrhundert Kohle gewonnen worden.
Voraussetzung waren die geologischen Verhältnisse: Hier lagerte die Kohle kurz unter der Deckschicht des Bodens und konnte mit einfachen Mitteln gewonnen werden.
So ist es kein Wunder, dass bei den archäologischen Untersuchungen an der Burg in den 1960er Jahren festgestellt wurde, das schon ab ca. 1500 in der Burgschmiede und Küche Steinkohle verwendet wurde.
Als dann 1629 die Burg mit allen Zugehörigkeiten verpfändet wurde, gehörte dazu auch die Hälfte eines Bergwerks. Die andere gehörte einem Bauern aus Niederwenigern. Das Bergwerk lag in Burgaltendorf an der Kirchstraße.
Als dann 1632 ein brandenburgischer Bergvoigt die Bergwerke im Amt Blankenstein prüft, erwähnt er neben dem vorgenannten Bergwerk noch eines, an dem die hiesigen Bauern Schulte Holtey, Mintrop, Kellermann und Worring beteiligt waren sowie eines in der Altendorfer Mark (das Oberdorf), an dem die Bauern Bungert, Schlüter, Dieckmann und der Schulte zu Dumberg Anteile hatten.
1674 klagen die Bauern des Dorfes gegen die Einwohner von Überruhr und ihre Landesherrin, die Essener Fürstäbtissin, die „einige Kohlenbänke neben etlichen hundert Morgen Land an sich zu ziehen und dadurch Ihrer Churfürstlichen Durchlaucht zu Brandenburg  Territorium streitig zu machen sich unterstanden.“

Ab 1722 gibt es einen geregelten Kohleabbau, der vorher ohne amtliche Beteiligung von den Grundbesitzern und ihren Kollegen durchgeführt wurde. Aus dem Jahre 1722 sind die ersten offiziellen „Belehnungen“, das heißt Genehmigungen, in einem bestimmten Bereich (einem „Längenfeld“) Kohle abzubauen.
In der Folge entstand eine Fülle von Stollenbetrieben, die ihre Wasserprobleme und zum Teil auch Förderprobleme durch so genannte „Erbstolln“ erledigen ließen. Durch den Altendorfer Erbstolln und den Himmelsfürster Erbstolln wurden die mehr als 20 Stollenzechen „gelöst“.

Ab 1830 konnte man dann durch die Technik der Dampfmaschine zum Tiefbau übergehen. Dabei gab es hier eine Besonderheit: Die Zeche Altendorf Tiefbau kaufte von den vorhandenen Stollenzechen die Feldesteile „unter der Stollensohle“. Ab der Stollensohle aufwärts bauten die Stollenzechen zum Teil bis in die 1930er Jahre weiter die Kohle ab.
Es kam ab 1800 zu immer zahlreicheren Zusammenschlüssen von Bergwerken; so treten uns zahlreiche Zechennamen entgegen mit dem Zusatz „vereinigte“.
Am Ende der Entwicklung gab es nur noch zwei große Bergwerke, die unter Burgaltendorfs Boden Kohle gewannen:
Die Gewerkschaft Heinrich in Überruhr mit ihrer Anlage Theodor in Burgaltendorf (bis 1968) und die „ver. Pörtingssiepen / Carl Funke“. Sie hatte Abbaufelder von Dahlhausen bis Heisingen mit den dazwischen liegenden Feldern in Burgaltendorf. Das endete 1973.