Burgturm und Vorburg im 360° Panorama (vielen Dank an Markus Steffl) 

Die Burg

Burgbesichtigungen

Von Mitte April bis Mitte Oktober bemüht sich der Heimat- und Burgverein, an jedem Samstag, Sonntag und Feiertag von 15 - 17 Uhr ein Mitglied zur Aufsicht vor Ort zu haben. Dann ist ein Betreten des Burgturms mit seiner Aussichtsplattform möglich. Dafür wid keine Gebühr erhoben. Spenden sind jedoch willkommen; sie kommen der Erhaltung der Burg zugute.

Der Zugang zum Burgturm ist in der Regel verschlossen; dann kann nur die Vorburg betreten und der Burgturm vom Burggraben aus in Augenschein genommen werden.

 

Unsere Mitglieder bieten ihnen auch ein 8-seitiges Heft mit einer kurzen Burggeschichte an, ferner ein Fläschchen Ritterlikör, den "Burgaltendorfer Burggeist" für € 2. Auch das Heftchen  "Burgaltendorfer Denkmalpfade" (mit Karte) kann für € 2,50 erworben werden.


Wir suchen ständig freundliche Vereinsmitglieder, die sich bereit erklären, an Wochenenden und Feiertagen zu den o.a. Öffnungszeiten die Burgaufsicht zu übernehmen.


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Unsere Burg

Der Heimat- und Burgverein Essen-Burgaltendorf 1950 e.V. macht sich seit seiner Gründung für den Erhalt der Burgruine stark.
Es gelang ihm wenige Jahre nach seiner Gründung, die zuständigen Stellen von der Notwenigkeit einer grundlegenden Sanierung zu überzeugen. Zuständig waren die Gemeinde Altendorf-Ruhr, das Amt Hattingen-Land, der Ennepe-Ruhr-Kreis und das Westfälische Landesdenkmalamt.
Der Zustand war so, dass der Turm überhaupt nicht zugänglich war. Er hatte kein Dach und war innen wie außen von dichtem Efeubewuchs bedeckt. Die Ringmauern von Vor- und Hauptburg lagen weitgehend danieder.
Die Sanierung in den 1960er Jahren brachte den Zustand, wie er weitgehend heute noch vorhanden ist. Die Mauern wurden wieder hochgezogen, eine Brücke zum Hauptturm geschlagen, eine Aussichtsplattform auf dem Turm angebracht, erreichbar über eine Wendeltreppe im Turminnern. In der Vorburg wurde ein Restaurant erbaut.

Luftbild der Burg 22.05.2010 mit Schachtzeichen (Aufnahme: Corneel Voigt)

Die Anlage

Zur Burganlage gehört der über 20 m hohe Wohnturm. Er hatte anfangs drei, später fünf Stockwerke, erreichbar über einen außen angebauten Treppenturm. Der Wohnturm war von einer viereckigen Ringmauer umgeben, von der eine Zugbrücke in die Vorburg führte. Die Vorburg bildete ein ungleichmäßges Viereck mit Wehrtürmen an den vier Ecken. Von ihrer Ostseite führte eine weitere Zugbrücke über den Burggraben aus der Anlage hinaus. Ein Torhaus für die Wachmannschaft war der Zugbrücke vorgebaut. Baustoff für alle Teile war in erster Linie Ruhrsandstein, der in unmittelbarer Nähe leicht gewonnen werden konnte. Vorburg und Wohnturm mit Ringmauer waren von einem Wassergraben umgeben. Dieser erhielt sein Wasser über eine hölzerne Leitung von einer ca. 800 m entfernten Quelle.

Was kann man noch sehen?

Bevor man den Wohnturm durch ein schmiedeeisernes Tor betritt, geht man durch die Reste eines Treppenturmes. Der war an der Nord-Westseite des Turmes angebaut. Der Turm hat heute eine Aussichtsplattform aus Beton. Die früheren Zwischendecken sind sämtlich nicht mehr vorhanden mit Ausnahme der Decke zwischen Keller und Erdgeschoss. Im Erdgeschoss kann man die fünf Stockwerke ablesen. Jedes Stockwerk hatte mindestens einen Kamin. Von allen sind noch Reste sichtbar. Die Kaminhauben ruhten meist auf Säulen (Reste sichtbar), die große im Erdgeschoss auf dicken Holzbohlen (die Löcher, in denen sie steckten sind noch sichtbar). Das Erdgeschoss war von einem achtteiligen Kreuzrippengewölbe überdacht. Die Ansätze davon sind noch weitgehend vorhanden. Der Abschlussstein, in dem die acht Rippen endeten, liegt im Erdgeschoss. In einem daneben liegenden Rippenelement ist das Steinmetzzeichen erkennbar. Ein ummauerter Raum in der Süd-Westecke in Höhe des ersten Obergeschosses befand sich der Abtritt (Abort); sein Fallrohr (Bruchstein) ist außen. Die romanischen Fenster wurden beim ersten Umbau um1400 zugemauert und durch Riegelfenster ersetzt. An Nord- und Westseite sind einige dieser zugemauerten Fenster sichtbar. Von innen sieht man die dann eingesetzten Riegelfenster; sie waren alle mit einer Sitznische versehen. Im Keller, nach dem gotischen Umbau mit einem Tonnengewölbe versehen, sind in den vier Ecken noch Säulenbasen und Teile derSäulen vorhanden. Sie trugen einst, als hier das Erdgeschoss war, ein Kreuzgewölbe. Die ehemaligen Fenster sind hier zu Lichtschächten verengt. An den beiden Türen des Kellers sieht man Riegellöcher; hier wurden die Türen von innen verriegelt. Der Treppenturm ruht auf dem Fundament des ursprünglich größeren halbrunden Treppenturms; hier ist noch eine Schießscharte zu sehen. Auch einige vorgefertigte Rundtreppenelemente sind noch vorhanden. An der Ringmauer ist an der Westseite ein Wehrturm vorgebaut. Er sollte die Verteidigungsfähigkeit erhöhen: Schießscharten sind noch erkennbar. In der Süd-Westecke der Vorburg sind die Reste eines Wirtschaftsgebäudes mit einem Kamin und dem Brunnen der Anlage. An der Nord-Ostseite der Vorburg erkennt man die Fundamente der Räume der Wachmannschaft, die hier die Zugbrücke bewachten. Von den vier Ecktürmen sind zwei nur noch in geringer Höhe vorhanden. Der süd-westliche Eckturm steht noch relativ hoch und birgt noch einen verschließbaren Raum; an ihm sind auch noch Schießscharten vorhanden. Der nord-östliche Eckturm ist in das Restaurant integriert; dort können Sie bei Kaminfeuer speisen.

Die Burg um 1200

Die Herren der Burg

Die ersten Aufsitzer waren die Herren von Altendorf (damals = Aldendorpe). Sie waren Ritter und über mehr als 100 Jahre als Droste oder Marschall im Dienste der Essener Fürst-Äbtissin. Als solche hatten sie auch den Markt in Essen zu regeln. Es gab aber auch viele Geistliche in der Familie. Die Herren von Altendorf wurden um 1390 durch Heirat einer Tochter von den Herren von Vittinghoff-Schell abgelöst. So entstand hier ein Zweig der im Schellenberger Wald nördlich der Ruhr beheimateten Familie. Dieser Zweig war bis ca. 1600 Aufsitzer. Danach kam es zu einer großen Erbsplitterung. Das führte 1629 zur Verpfändung an den Capitain Mangelmann. Im Besitz seiner Nachkommen blieb die Burg bis 1850. Spätestens ab 1750 war sie jedoch nicht mehr zeitgemäßer Wohnsitz dieser Adelsklasse. Die Anlage wurde an zugezogene Bergmannskötter verpachtet. 1850 endlich wurde sie verkauft; die katholische Schulgemeinde baute dann aus den Steinen der Burg die "Burgschule". Diese wurde 1961 wieder abgerissen; ihre Steine wurden wieder zur Restaurierung der Burg genutzt. Seit der Eingemeindung in die Stadt Essen am 01.01.1970 ist diese Eigentümerin.

Erhalt der Ruine

Ab etwa 1800 war die Burg nicht mehr bewohnt. Sie wurde zum Steinbruch. Für einige Neubauten der Umgebung nahm man mit Erlaubnis der Burgbesitzer Steine von der Burg, besonders vom Treppenturm. Dach und Zwischendecken verfielen, Efeu wuchs innen und außen und schädigte das Mauerwerk. Kurz nach 1900 sind erste bauliche Sicherungsmaßnahmen durchgeführt worden. Große Mauerausbrüche an der Nordseite und kleinere an den übrigen Seiten des Turmes wurden geschlossen. Die nahe gelegene Zeche Altendorf Tiefbau musste mit Sicherungsankern die Stabilität des Wohnturms sichern. Bald nach der Gründung des Heimat- und Verkehrsvereins Altendorf-Ruhr (so war der damalige Name) setzte sich der Verein für eine gründliche Restaurierung ein. Sie wurde in den Jahren 1962 bis 1967 unter Beteiligung des Westfälischen Landesdenkmalamtes, des Kreises Ennepe-Ruhr, des Amtes Hattingen-Land und der Gemeinde Altendorf-Ruhr durchgeführt. Zunächst musste das Efeu entfernt werden, das den Wohnturm und die übrigen noch aufragenden Teile der Anlage von allen Seiten überwucherte. Dann wurden Ringmauer sowie die Mauern der Vorburg auf den heutigen Stand wieder hochgezogen und einige Ausbrüche im Mauerwerk des Wohnturms geschlossen. Die Arbeiten wurden begleitet von einer archäologischen Arbeitsgemeinschaft des Jungengymnasiums Hattingen. Sie brachte in einigen Bereichen völlig neue Erkenntnisse über die Bausubstanz, z.B. über den südöstlichen Teil der Vorburg, über einen Abtritt aus romanischer Zeit und über Wachstuben und eine Schmiede am Fuße des Wohnturms. Zum Abschluss der Restaurierung wurde der Wohnturm mit einer Aussichtsplattform versehen, erreichbar über eine Wendeltreppe im Turm. Eine Brückenverbindung Vorburg – Hauptburg entstand. In der Nord-Ostecke der Vorburg entstand eine Gaststätte. Hattinger und (Burg-)Altendorfer Heimatforscher fanden bisher unbekannten Dokumente über die Baugeschichte und die Geschichte der Aufsitzer. Sie wurden in den "Hattinger Heimatkundlichen Schriften" Nr. 16 (1967) und Nr. 18 (1971) veröffentlicht. Der Heimat- und Burgverein (inzwischen hatte der Verein seinen Namen geändert) veröffentlichte 1990 eine Zusammenfassung und Ergänzung dieser Arbeiten im Band 1 seiner Schriftenreihe "Die Burg Altendorf".

Die Sanierung nach 2000

Im Jahre 2000 zeigte sich, dass eine erneute Sanierung des Mauerwerks erforderlich war. Von der Aussichtsplattform ins Mauerwerk eindringendes Regenwasser, nicht restlos entferntes und sich erneut ausbreitendes Efeu im Mauerwerk, Erosion, Taubenkot und Vandalismus hatten in vielen Bereichen zur Gefahr durch Steinausbrüche geführt.

Dem Heimat- und Burgverein gelang es, Politik und Verwaltung der Stadt Essen von der erforderlichen Sanierung zu überzeugen.
Man wählte dafür das Modell des „Essener Konsens“: Der Vorstand des Heimat- und Burgvereins begann mit den Arbeiten, indem er arbeitslose Bauarbeiter einstellte und nach Vorgaben des Gutachtens der DMT und unter deren Bauaufsicht Ende 2001 mit den Arbeiten begann. Es gab dabei viel Hilfe von heimischen Unternehmen und Privatleuten. Bis 2006 dauerten die Arbeiten, wobei die Verfugung des Wohnturms und die Ausbesserung der Beschichtung der Aussichtsplattform von Fachfirmen ausgeführt wurden. Das geschah leider nicht immer fachgerecht, so das inzwischen schon wieder nachgebessert werden musste.
Der Heimat- und Burgverein arbeitete zusammen mit der Stadt Essen (Grün & Gruga, Hoch- und Tiefbauamt sowie untere Denkmalbehörde), der Agentur für Arbeit, der DMT und dem Rheinischen Landesdenkmalamt.
Die Arbeiten des Heimat- und Burgvereins endeten 2004 mit der Auflage der Brücke zur Hauptburg drei Meter weiter östlich auf ein neues, statisch sicheres Fundament. Sie liegt nun etwa an der Stelle der historischen Zugbrücke Vorburg – Hauptburg. Der Treppenabgang aus der Vorburg in den Burggraben, 1934 im Zusammenhang mit dem Bau eines Denkmals an der östlichen Ringmauer errichtet, verschwand damit.
Der Heimat- und Burgverein hat bei diesen Arbeiten viel Unterstützung von heimischen Unternehmen, aber auch Privatpersonen erfahren. Dazu gehörte die Hilfe mit Gerätschaften ebenso wie mit Männern, dazu gehörte aber auch, dass der SV Burgaltendorf „für die Burg kickte“ oder der Frisör Espe „für  die Burg Haare schnitt“. Ein anderes Beispiel: Ein Goldhochzeitspaar bat bei seiner Feier um Spenden für die Burg.
Besonders hat sich Hans Kühne eingebracht, der als Rentner seine Erfahrungen bei solchen Maßnahmen einbrachte und fast täglich an der Baustelle war.

 

Als besondere Sponsoren haben sich mit mindestens € 500,- eingebracht: Die Geno-Bank Essen, die Sparkasse Essen, die Stadtwerke Essen, die Firmen BOGE, Formstaub-Ariston und der Frisör Martin Espe sowie die Werbegemeinschaft und die Freiwillige Feuerwehr aus Burgaltendorf, die Firma HvH aus Überruhr, Frau Rudolph und die Herren Kuhmichel, Mühlhan, Rupret und Bömkes aus Burgaltendorf.

In enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit den städtischen Ämtern wurde in 2014 eine Metalltreppe im Bereich des alten Torhauses errichtet. Sie verbindet die Vorburg mit dem Burggraben. Unser besonderer Dank gebührt Herrn Dipl.-Ing. Heinz-Dieter Meuwsen, der sich um die Konstruktion und den Bau der Treppe verdient gemacht hat.

Und heute?

Aus dem Restaurant "Burgfreund" und von seiner Terrasse lässt sich die Burg genüsslich bestaunen und die Phantasie sich anregen. Bei Dunkelheit wird die Burg von Strahlern erleuchtet, eine Lichterkette entlang der Zinnen macht den Ruinencharakter deutlich.
Alle zwei Jahre, in den ungeraden Jahren, findet an der Burg das "Burgfest" statt. Dieses Stadtteilfest wird von den Burgaltendorfer Vereinen veranstaltet. Es findet meist am ersten Juni-Wochenende statt. In den geraden Jahren findet am ersten September-Wochenende rund um die Burg das Ritterfest "Menschen und Märchen in mächtigen Mauern" statt. Es wird vom HBV mit Hilfe des "Ritters von Huttrop", Jürgen Bohm, organisiert.
Burgbesichtigungen sind von Mitte April bis Mitte Oktober an jedem Samstag und Sonntag von 15 - 17 Uhr möglich. Dann können Besucher bis zur Aussichtsplattform hinaufsteigen und bei gutem Wetter einen weiten Blick über das Ruhrgebiet genießen.
Führungen für interessierte Vereine / Gruppen werden nach Vereinbarung durchgeführt.
Von Ende April bis Ende September findet die literarisch-musikalische Reihe "Texte & Töne im Turm" statt, meist am letzten Sonntag eines Monats um 17 Uhr. Hierbei handelt es sich um eine Kooperation zwischen dem HBV, des Freien deutschen Autorenverband NRW und der Burgaltendorfer Buchhandlung "Kleine Bücherwelt".
Die Anlage wird auch für Veranstaltungen der Werbegemeinschaft, der Essener Marketing-Gesellschaft und anderer genutzt.